FAQ zur Weiterentwicklung der Zentralen Abschlussarbeiten im Fach Deutsch
Warum gibt es ein verändertes Format der Abschlussarbeiten?
Antwort
Künftig werden die Kompetenzbereiche „Leseverstehen“, „Schreiben“ und „Sprachliche Richtigkeit“ deutlicher voneinander getrennt, um eine bessere Vergleichbarkeit von Leistungen zu gewährleisten. Die bisherigen Abschlussarbeiten ließen diese notwendige Trennung nicht zu. Gleichwohl sollen bewährte Inhalte und Aufgabenformate der bisherigen ZAA beibehalten und um neue Formate ergänzt werden.
Abschlussarbeiten, 27.10.2011 11:55, mehr ...
Wozu gibt es den Prototypen?
Antwort
Die Prototypen enthalten Aufgabenbeispiele.
Es werden exemplarisch einige neue Aufgabenformate vorgestellt. Wie auf dem Deckblatt erwähnt, handelt es sich bei dem vorliegenden Material nicht um eine vollständige Abschlussarbeit.
Zu besseren Vergleichbarkeit wurden als inhaltliche Grundlage die Abschlussarbeiten 2011 (Nachtermin) gewählt; Textauswahl und Aufgabeninhalte im Teil „Lesen“ entsprechen dem Anforderungsprofil dieser bereits bekannten Abschlussarbeit.
Abschlussarbeiten, 27.10.2011 11:58, mehr ...
Werden die Aufgaben im Teil „Lesen“ leichter?
Antwort
Aufgabenformate sagen prinzipiell nichts über die Aufgabenschwierigkeit aus. So erfordern geschlossene Formate wie Multiple-Choice-Aufgaben einen geringeren Schreibaufwand als offene Formate. Für die Schülerinnen und Schüler bedeuten sie einen höheren Leseaufwand. Sie erfordern eine höhere Genauigkeit beim Lesen.
Beispiel:
Offene Frage: Nenne drei Eigenschaften der Figur X. (Bewertung: Jede richtige Nennung wird mit einem Punkt bewertet)
Bei Nennung von zwei zutreffenden Eigenschaften und einer nicht zutreffenden Eigenschaft erhält ein Schüler oder eine Schülerin 2/3 der Punkte.
Multiple Choice: Welche Eigenschaften hat die Figur? Kreuze die richtige Antwort an.
Zur Auswahl stehen vier Antworten, drei enthalten jeweils zwei zutreffende und eine nicht zutreffende Antwort; eine Antwort nennt die drei zutreffenden Eigenschaften.
Bewertung: Jede Antwort, die nicht vollständig richtig ist, führt zum Verlust der vollen Punktzahl.
Abschlussarbeiten, 27.10.2011 12:00, mehr ...
Werden die Aufgaben im Teil „Schreiben“ leichter?
Antwort
Die Pilotierung der neuen Aufgabenformate an verschiedenen hessischen Schulen hat gezeigt, dass in den Arbeiten beider Abschlüsse die Schreibaufgaben umfänglicher ausfallen (Wortzahl) und dass die Schülerinnen und Schüler einen größeren Anteil ihrer Bearbeitungszeit für das Schreiben aufwenden. Die Schülerinnen und Schüler haben auf Befragung angegeben, dass ihnen die Auswahl der Schreibaufgaben leichter falle.
Abschlussarbeiten, 27.10.2011 12:02, mehr ...
Ist die Vorbereitungszeit bis Mai 2012 zu kurz?
Antwort
Die Einführung eines neuen Prüfungsformates wurde bereits zu Beginn des Schuljahres 2010/2011 angekündigt.
Die in der Abschlussarbeit überprüften Inhalte bleiben gegenüber den Vorjahren weitgehend unverändert: das Umgehen mit literarischen Texten und Sachtexten und das Bewältigen von Schreibaufträgen mit thematischer Vorgabe.
Die Veränderung beschränkt sich primär auf den Aufbau (Trennung der Kompetenzbereiche) und neue Aufgabenformate in den Teilen „Lesen“ und „Sprachliche Richtigkeit“. Diese Formate werden auch bisher in nahezu allen Inhalten des Deutschunterrichts angewendet und geübt.
Abschlussarbeiten, 27.10.2011 12:03, mehr ...
Ist Hessen das einzige Bundesland mit getrennten Aufgabenbereichen und den entsprechenden Aufgabenformaten?
Antwort
Die Aufgabenformate, die in Hessen 2012 eingeführt werden, finden sich auch in den Abschlussarbeiten der meisten anderen Bundesländer. Dies ist vor dem Hintergrund der Kompetenzorientierung und der Forderung der KMK nach einer besseren Vergleichbarkeit von Schülerleistungen nur folgerichtig.
Abschlussarbeiten, 27.10.2011 12:04, mehr ...
Können die alten Übungsmaterialien der Verlage noch eingesetzt werden?
Antwort
Die beste Vorbereitung auf die Prüfung ist und bleibt ein guter Deutschunterricht. Insofern ist eine Abkehr von bewährten Materialien und Strategien nicht erforderlich. Keines der veränderten Aufgabenformate erfordert eine grundsätzliche Veränderung der Unterrichtspraxis.
Die Verlage sind über die neuen Aufgabenformate der Abschlussarbeiten informiert und einige werden entsprechend darauf reagieren.
Ob die Einsetzung des gewohnten Übungsmaterials für die jeweilige Lerngruppe sinnvoll ist, bleibt jeder Lehrkraft selbst überlassen. Wichtig ist, dass den Schülerinnen und Schülern die vorgestellten Aufgabenformate bekannt und vertraut werden. Übungsmaterial dazu findet sich in nahezu allen neueren Deutschbüchern und Arbeitsheften für dieses Fach.
Abschlussarbeiten, 27.10.2011 12:05, mehr ...
Ist die Zeit für die Textauswahl angesichts des Umfangs der Aufgaben ausreichend?
Antwort
In der Hauptschule gibt es bezüglich der Auswahl keine Änderung: Gewählt wird zwischen Sachtext und Erzähltext. Außerdem enthält jeder Aufgabenvorschlag zwei Wahlaufgaben zum Teil „Schreiben“. Der Teil „Sprachliche Richtigkeit“ ist in beiden Vorschlägen identisch.
In der Realschul-Arbeit ist nur noch aus zwei Texten auszuwählen. Die Schülerinnen und Schüler haben pro Vorschlag etwa 15 Minuten Zeit, also mehr als in der Vergangenheit.
Der sichtbare Umfang (Seitenzahl) der Abschlussarbeiten hat sich vorwiegend dadurch erhöht, dass im Teil „Lesen“ alle Aufgaben auf dem Vordruck zu lösen sind und nicht mehr auf dem Reinschriftpapier.
Abschlussarbeiten, 27.10.2011 12:06, mehr ...
Verschwindet der Niveauunterschied zwischen dem Hauptschulabschluss und dem Mittleren Abschluss?
Antwort
Die Besonderheiten der Abschlussprofile der beiden Bildungsgänge, so wie sie in den bisherigen Lehrplänen und dem hessischen Kerncurriculum abgebildet sind, bleiben selbstverständlich erhalten.
Die Texte, die in den Hauptschul-Arbeiten als Vorschläge im Leseteil vorliegen, haben grundsätzlich einen höheren Lebensweltbezug, einen geringeren Umfang und eingeschränkte lexikalische und grammatikalische Komplexität, die Verknüpfung der Fakten steht im Vordergrund. Nachgeordnet sind die Bewertungen der Formalia, die Bezüge zu Abstrakta und theoretischen Vorstellungen, die außerhalb einer jugendlichen Erfahrungswelt liegen.
Die Schreibaufgaben in den Hauptschul-Arbeiten verlangen sprachliche Darstellungen, die inhaltlich entweder einen engeren Lebensweltbezug haben oder in direkterer Verknüpfung mit der thematischen Vorgabe des Leseteils stehen, ein höheres Abstraktionsniveau ist nicht verlangt.
Die Aufgabenvorschläge des Mittleren Schulabschlusses hingegen verlangen den Umgang mit literarischen Texten mittlerer inhaltlicher Komplexität und höherem Textumfang. Es wird Wert gelegt auf die Untersuchung formaler Texteigenschaften, die Untersuchung nicht expliziter Textinhalte, die Auslegung von Leerstellen. Die Textauslegung verlangt die Abstraktion des (Vorlagen-) Themas und den Nachweis von Behauptungen durch Übereinstimmungen mit dem Text.
Die Schreibaufgaben für den Mittleren Abschluss verlangen thematische Abstraktion und zeigen keinen engen Bezug zu jugendlichen Vorstellungswelten. Inhaltliche Vorgaben können sich z.B. auf Fragen allgemeiner ethischer Probleme beziehen.
Abschlussarbeiten, 27.10.2011 12:07, mehr ...
Enthalten die Prüfungen Inhaltsangaben?
Antwort
Nein, Inhaltsangaben sind weder geeignet die Schreibleistung zu beurteilen, noch das Textverstehen nachzuvollziehen, weil sie beide Kompetenzen vermischen. Dessen ungeachtet können sie im Unterricht als Lernaufgabe für Schülerinnen und Schüler ein hervorragendes Mittel für das Erfassen von Textinhalten sein.
Abschlussarbeiten, 27.10.2011 12:16, mehr ...
Stimmt der Eindruck, dass das Anspruchsniveau im Vergleich zu den Vorjahren abgesenkt wurde?
Antwort
Der vorgelegte Prototyp soll lediglich die Struktur und die Formate der neuen Prüfungsaufgaben veranschaulichen und lässt keine Rückschlüsse auf ein bestimmtes Anforderungsniveau zu.
Was die dargestellten Aufgabenformate betrifft, ist es ein (wenn auch verbreiteter) Irrtum zu glauben, dass geschlossene und halboffene Formate ein Indiz für einen niedrigen Schwierigkeitsgrad darstellen würden.
Abschlussarbeiten, 27.10.2011 12:17, mehr ...
Müssen die Prüfungsteilnehmer weiterhin eigenständige Denk- und Deutungsleistungen nachweisen?
Antwort
Viele Aufgabenformate (selbst des geschlossenen Aufgabenteils) verlangen Schlussfolgerungen aufgrund expliziter und nichtexpliziter Textinhalte.
Das Belegen von Textdeutungen, das Erklären und Begründen von Auslegungen kann nachvollziehbar bewertet werden.
Abschlussarbeiten, 27.10.2011 12:15, mehr ...
Wird in den Abschlussarbeiten weiterhin nach sprachlich-stilistischen Mitteln gefragt?
Antwort
Selbstverständlich werden in den Abschlussarbeiten (Schwerpunkt Realschule) Fragen zu sprachlich-stilistischen Mitteln gestellt. Der Umfang solcher Aufgaben kann in den einzelnen Auswahltexten variieren. In den vorliegenden Prototypen ist nicht die gesamte Bandbreite möglicher Inhalte abgebildet worden.
Abschlussarbeiten, 27.10.2011 12:14, mehr ...
Warum wird die sprachliche Richtigkeit im „Lese-Teil“ nicht mit bewertet?
Antwort
Im Teil „Lesen“ geht es um die Erfassung und Bewertung des Textverständnisses, es gibt keine Bewertung der sprachlichen Richtigkeit, Gedanken sind teilweise sogar in Stichpunkten darstellbar. Ist die Darstellung aufgrund falscher Lexik oder Grammatik unverständlich, wird der Inhalt als falsch bewertet.
Abschlussarbeiten, 27.10.2011 12:13, mehr ...
Warum werden zu Beginn des Prüfungsarbeit so einfache Aufgaben gestellt?
Antwort
Die Aufgabenschwierigkeiten steigern sich im Verlauf der vorgegeben Reihenfolge. Die ersten Aufgaben bieten einen einfachen Einstieg mit der Überprüfung im Text explizit genannter und offensichtlicher Informationen. Der Maßstab ist das Textverständnis - kein Wort- oder Satzverständnis. Aufgaben, die Homonyme oder Synonyme mit Hilfe des Wörterbuchs abprüfen, oder zeilenweises Abschreiben von Paraphrasen werden künftig nicht mehr gestellt.
Abschlussarbeiten, 27.10.2011 12:11, mehr ...
Warum müssen die Schülerinnen und Schüler nicht mehr so viel schreiben?
Antwort
Ein wesentliches Element der veränderten Konzeption ist die Trennung der Teile „Lesen“ und „Schreiben“. Im Teil „Lesen“ wird die Lesekompetenz, also das Textverstehen überprüft. Dazu werden Aufgabenformate eingesetzt, die die Schreibkompetenz wenig bzw. nicht fordern.
Abschlussarbeiten, 27.10.2011 12:12, mehr ...
Worin bestehen die Anforderungen der Schreibaufgaben in den Abschlussprüfungen?
Antwort
Die Schreibaufgaben weisen jeweils eine Textart, ein identifizierbares Schreibziel und echte oder vorstellbare Adressaten aus.
Den Abschlussarbeiten liegt ein Modell von vier Textarten zugrunde: Erzählen, Berichten, Beschreiben und Argumentieren. Bei der Bearbeitung der Schreibaufgabe müssen die Schülerinnen und Schüler Kenntnisse über die strukturellen und sprachlichen Besonderheiten der jeweiligen Textart nachweisen.
Der Inhalt der sprachlichen Darstellung wird doppelt so hoch bewertet wie die Sprachangemessenheit. Die sprachliche Richtigkeit stellt nur einen Bruchteil bei der Bewertung der Schreibleistung dar.
Abschlussarbeiten, 27.10.2011 12:23, mehr ...
Wie differenzieren die Schreibaufgaben zwischen dem Anspruchsniveau von Haupt- und Realschülerinnen und -schülern?
Antwort
Alle vier vorgestellten Textarten „Erzählen, Berichten, Beschreiben und Argumentieren“ werden sowohl in der Haupt- als auch in der Realschule erwartet
Unterschiede gibt es bezüglich der inhaltlichen Vorgabe des Schreibthemas und seinem Abstraktionsgehalt bzw. Lebensweltbezug.
Abschlussarbeiten, 27.10.2011 12:24, mehr ...
Wo kann man einen Erwartungshorizont für die Textart „Berichten“ im Prototypen finden?
Antwort
Dieser Erwartungshorizont wird in den nächsten Wochen auf der ZAP-Seite veröffentlicht werden.
Abschlussarbeiten, 27.10.2011 12:25, mehr ...
Warum gibt es einen eigenen Teil „Sprachliche Richtigkeit“?
Antwort
Dieser Teil der Abschlussarbeit wurde eingeführt, um eine getrennte und damit gerechtere Betrachtung und Bewertung der Leistungen in Rechtschreibung und Zeichensetzung zu ermöglichen. (Der Schwerpunkt bei der Bewertung der Schreibaufgaben im Teil II.A liegt nämlich auf dem Aufbau und Inhalt sowie auf der Sprachangemessenheit des produzierten Textes.)
Abschlussarbeiten, 27.10.2011 12:27, mehr ...
Welche Inhalte werden im Teil „Sprachliche Richtigkeit“ abgefragt?
Antwort
Die Aufgabenformate überprüfen Korrekturfähigkeit, Rechtschreibwissen und Rechtschreibgespür.
Bestandteil der Fragen sind verbreitete Phänomene der Rechtschreibung und Zeichensetzung, die in den Korrekturen der sprachlichen Richtigkeit im Unterricht und bei schriftlichen Leistungsnachweisen gehäuft auftreten.
Ausnahmeschreibungen sollen keine Rolle bei den Aufgaben spielen.
Abschlussarbeiten, 27.10.2011 12:27, mehr ...
Welchen Sinn macht die Fehlersuche aus fachdidaktischer Sicht?
Antwort
Die Korrekturfähigkeit spielt beim Überarbeiten von Texten eine entscheidende Rolle zur Gewährleistung einer richtigen Schreibung.
Die Entdeckung von Fehlern in „fremden“ Texten stellt eine Erleichterung gegenüber der Selbstkorrektur (eigener Texte) dar. Die Vorgabe der Fehlerzahl ist als Hilfe gedacht.
Abschlussarbeiten, 27.10.2011 12:29, mehr ...
Wie bewertet man Wörter, die eigentlich richtig sind und nun falsch „korrigiert“ wurden?
Antwort
„Falsche Korrekturen“ werden bei der Bewertung nicht berücksichtigt. Es werden nur die richtigen Lösungen bewertet.
Abschlussarbeiten, 27.10.2011 12:29, mehr ...
Wird in den Aufgaben zu Groß- und Kleinschreibung nur nach Nominalisierungen gefragt?
Antwort
Alle Bereiche der Groß- und Kleinschreibung werden vorausgesetzt. Bei dem Prototypen handelt es sich um exemplarische Aufgaben, die Nominalisierungen überprüfen. Daraus ist nicht abzuleiten, dass nur nach Nominalisierungen gefragt wird.
Abschlussarbeiten, 27.10.2011 12:30, mehr ...
Kann man bei den Fragen zur Kommasetzung und den Schreibstrategien auch über Raten zum Erfolg kommen?
Antwort
Bei fünf zur Auswahl stehenden Strategien besteht eine Ratewahrscheinlichkeit von nur 20% für jedes einzelne Item.
Abschlussarbeiten, 27.10.2011 12:31, mehr ...
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